FINDIG - Förderung blütenbesuchender Insekten durch Diversifizierung im Grünbrachenmanagement
Saatgut der diversen Vielfaltsmischung mit 16 Komponenten

FINDIG - Blütenbesucher in der Grünbrache fördern

Das Projekt FINDIG steht für Förderung blütenbesuchender Insekten durch Diversifizierung im Grünbrachenmanagement und verfolgt das Ziel durch eine Erhöhung der Artenvielfalt in der Kleegrasmischung und eine reduzierte Schnittnutzung die blütenbesuchenden Insekten durch ein erweitertes Nahrungsangebot zu fördern.

Multitalent Kleegras

Die Kleegrasphase (Grünbrache) in einer Fruchtfolge übernimmt diverse Aufgaben, insbesondere im ökologischen Landbau. In viehhaltenden Betrieben, unabhängig ob konventionell oder ökologisch geführt, dient die Kleegrasphase vorrangig der Futterversorgung der Tiere. Hinzu kommt die Möglichkeit, anuelle Unkräuter durch die Schnittnutzung merklich zu schwächen oder sogar ganz zu unterdrücken, sodass die natürliche, unkrautregulierende Eigenschaft von Grünbrachen zu Tage tritt.
Parzellenversuch auf dem Wiesengut
Parzellenversuch auf dem Wiesengut © Lauren Schmitz
Bläuling
Bläuling © Colourbox

Nahrung für Blütenbesucher

Insbesondere für den ökologischen Landbau ist das Fixieren von Luftstickstoff durch die Leguminosen (beispielsweise Klee und Luzerne) eine wichtige Funktion, um auf natürlichem Wege den limitierten Nährstoff Stickstoff in die Fruchtfolge einzutragen und so Erträge zu sichern. Durch die nektar- und pollenbildenden Blüten der Leguminosen bietet die Kleegrasphase eine Nahrungsgrundlage für Blütenbesucher wie (Wild-)Bienen, Tagfalter und Schwebfliegen. Diese wichtige Ökosystemleistung kann durch eine Veränderung der Mischungszusammensetzung und eine andere Schnittnutzung besser ausgeschöpft werden.

Ziel: Förderung diverser Bestäuberarten und potenzieller Beitrag zur Populationserhaltung

Das übergeordnete Ziel des FINDIG-Projektes ist somit die Entwicklung eines ökonomisch und agronomisch nachhaltigen Produktionssystems im ökologischen Landbau. Dieses soll Bienen und andere Bestäuber substanziell fördern, dabei aber noch attraktiv für die Praxis bleiben. Standortabhängig können noch andere wichtige Ziele mit diesem Projekt verknüpft werden, beispielsweise der Erhalt bzw. die Erholung bestimmter (gefährdeter) Artenpopulationen.
Am Campus Wiesengut gehört der Wiesenknopf-Ameisenbläuling zu den schützenswerten Arten. Durch die spezielle Reproduktionsbiologie benötigt er den Wiesenknopf als Brut- und Futterpflanze für die Larven. Die zu untersuchende diversere Kleegrasmischung mit dem Wiesenknopf als Bestandteil könnte somit ein Beitrag zur Erholung der natürlich vorkommenden Population des Wiesenknopf-Ameisenbläulings leisten.
Kleegrasbestand-am-Campus-Wiesengut
Kleegrasbestand am Campus Wiesengut. © Lauren Schmitz

Versuchsaufbau

Kleegrasbestand mit Kuemmel im Herbst
Kleegrasbestand mit Kümmel im Herbst © Lauren Schmitz

Auf verschiedenen Betrieben in NRW und Bayern werden Exaktversuche mit drei artenreichere Kleegrasmischung mit bis zu 13 verschiedene Klee- und Kräuterarten und einer praxisüblichen Mischung aus Luzerne, Rot- und Weißklee angebaut und miteinander verglichen. Zusätzlich wird die Schnittnutzung extensiviert, sodass es nur zwei statt drei Schnitt- bzw. Mulchtermine gibt. So gibt man den Beständen die Möglichkeit die Blüte zu erreichen, wodurch den Bestäubern ein erweitertes Nahrungsangebot verfügbar gemacht wird. Erfasst werden anschließend verschiedene agronomische (z.B. Ertrag) und tierökologische (z.B. Artenanzahl, Nektarmenge) Parameter.


Projektförderung

Förderer:                         Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Projektträger:                 Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Förderprogramm:          BMEL-Eiweißpflanzenstrategie

Rahmenprogramm:       Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Förderkennzeichen:       2819OE103

Laufzeit:                           01.08.2021 – 31.12.2024

Projektleitung

Prof. Dr. Thomas Döring (INRES Agrarökologie und Organischer Landbau, Universität Bonn)


Kontakt

Prof. Dr. Thomas Döring

Projektleitung D3INST

+ 49 228 73 5143

Chantal Polkowski

Projekt FINDIG

+49 228 73 5140

Weitere Projekte am Wiesengut

Phenorob - CP 4: Autonomous In-Field Intervention

PhenoRob verbindet die Forschungsbereiche der Robotik und der Pflanzenphänologie. Dieses interdisziplinäre Projekt ist ein DFG-gefördertes Exzellenzcluster der Uni Bonn im Bereich der Landwirtschaft.

Leitbetriebe

Seit über 25 Jahren Praxis-Forschungserfahrung in Nordrhein-Westfalen.

Wide Synergies

Räumliche Diversifizierung von Anbausystemen zur Förderung der natürlichen Regulierung von Unkräutern, Krankheitserregern und Herbivoren.

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